SO EINER BIN ICH

Höre ich die Frage: „Wer bist du?“, könnte ich vieles antworten. Sie klingt einfach… und doch ist sie es nicht. Wer steckt hinter einen Namen? Was macht einen Menschen aus? Und wohin will er?

Die Frage nach Identität begleitet unsere Zeit wie ein ständiger Schatten. Gut, wenn man sie beantworten kann oder seine Rolle gefunden hat. Doch was heißt es zu wissen, wer man ist? Und was bedeutet es eigentlich, sich selbst zu finden?

Der Name Andreas bedeutet „Der Tapfere“. Ist dem so? Was macht einen tapferen Menschen aus? Für mich heißt Tapferkeit vor allem Mut… oder manchmal, einfach etwas auszuhalten: Konflikte in der Partnerschaft, einen Umbruch in der Arbeit oder auch die triste Kühle eines dunklen Winters.

Alles befindet sich in einem Wandel. Und in meiner Philosophie des Lebens ist alles unbeständig. Nichts ist und bleibt wie es einmal war. Und in all den Veränderungen des Lebens verändere auch ich mich. Ich spüre meine Schwächen und meine Ängste. Doch wie heißt es so schön: „Es gibt keinen Mut ohne Angst.“

Im Moment ändert sich vieles in meinem Leben, und ich merke, dass ich den Veränderungen nicht ausweiche. Ich möchte mich nicht verschließen, sondern offen bleiben. Ich will im Fluss bleiben.

Und gleichzeitig ertappe ich mich dabei, wie ich immer wieder über mich selbst nachdenke: „Wer bin ich?“, „Was kann ich?“, „Wie will ich sein?“

Diese Antworten zu finden ist nicht leicht. Und wenn ich ehrlich bin, glaube ich auch: Es gibt diese Antworten nicht. Identität ist kein Ziel, sondern eine Bewegung. Ein Mitgehen mit der Zeit. Ein Zulassen von Veränderung. Ein nicht zu sehr an Dingen Festhalten, die ohnehin nicht bleiben oder veränderbar sind. Und ein gleichzeitiges Hoffen auf Gutes.

Ich hoffe, dass mein Weg der Güte und Zuversicht der richtige ist. Ich verliere meinen Weg nicht. Denn dieser Weg und das, was ich bin, ist gut!

Ich bin offen. Ich verschließe mich nicht dem Leben, nicht meinem Gegenüber, nicht dem, das anders ist als ich. Manchmal wünsche ich mir, dass diese Offenheit auch in den Geistern und Gemütern meiner Mitmenschen wohnt. Denn dann wäre Mitgefühl vielleicht die stärkste Kraft. Mitgefühl für das, was anders ist. Für die Bedürfnisse anderer und für die Veränderungen, die niemand von uns vermeiden kann.

Wir bleiben nicht für immer gesund. Wir werden alt und gebrechlich. Die Welt entzieht sich unserer Kontrolle. Und während man versucht festzuhalten, verändert sich das Außen unaufhaltsam.

Was soll ich sagen? Manchmal fühlt es sich an wie ein Fass ohne Boden. Und ich würde sagen, ich komme ziemlich gut damit zurecht.

Doch wie Sartre schon sagte: „Die Hölle, das sind die anderen.“ Leid entsteht nur selten aus uns selbst heraus, sondern aus den Blicken, Erwartungen und Urteilen der Welt um uns herum.

Also noch einmal zur Frage: „Wer bin ich?

Identität ist kein Ziel, sondern eine Bewegung.

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